(Kurz)Geschichte des JBO

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Das Jugendblasorchester wurde im Jahre 1968 gegründet. Seine Wirkungsstätte war das heutige Gymnasium Augustum. An dieser Schule befanden sich die sogenannten E-Klassen (Ensemble) aus denen die Musiker für das Orchester hervor gingen. 2000 wurde das Orchester an die Musikschule „Johann-Adam Hiller“ e.V. angegliedert. Reine Klassenverbände für das Orchester gab es nun nicht mehr. Das Gymnasium Augustum führte aber ein musisches Profil weiter. Seit dem Jahr 2004 unterstützt der Förderverein die Orchesterarbeit.
Seit 20012 finden die Proben im neuen Orchestersaal in der Brunnenstraße 11 statt.

Dirigenten

und musikalische Leiter des Jugendblasorchesters Görlitz

Andreas Wenk (1968 – 1969)

Hans-Joachim Rudolph (1969 – 1970)

Heinz-Jürgen Klein (1971 – 1985)

Bernhard Knobloch (1985 – 1986)

Heinz-Jürgen Klein (1986 – 2000)

Uwe Flaschel (seit 2000)

Görlitz hat breit gefächerte Laienkunst zu bieten. Auch heute beliebte Ensembles gingen daraus hervor.
Wenn man das schwungvolle Jugendblasorchester Görlitz erlebt, glaubt man kaum, dass das Ensemble – freilich in stets wechselnder Besetzung – mittlerweile schon im 43. Jahr musiziert. Gegründet wurde es also bereits 1968, damals noch unter der Bezeichnung Pionierblasorchester, wenngleich von Anfang an auch dem Pioniertuch bereits entwachsene Jugendliche frisch mit aufspielten. Der heute bei der Görlitzer Musikschule „Johann Adam Hiller“ angesiedelte Klangkörper, entstanden an der damaligen 14. Oberschule (heute Gymnasium Augustum), hatte von Beginn an auch mehr als politisches Liedgut im Repertoire. Sicher waren die jungen Bläser und Trommler auch bei Maidemonstrationen und Feierstunden dabei, zählten mehrere Jahre ob ihrer Qualität auch zum 760 Mitspieler starken Bezirksmusikkorps Dresden, doch die Görlitzer haben das Pionier- und noch zu DDR-Zeiten umbenannte Jugendblasorchester vor allem von Konzerten in Erinnerung. Hierbei war die Palette des klingenden Spiels stets umfangreich, und man scheute auch nicht vor Experimenten zurück.

Daran erinnern sich gelegentlich auch noch Musikanten, die im Pionierblasorchester des VEB Maschinenbau mitspielten. Dieses war bereits 1965 gegründet worden. Leiter Walter Göbel, ein Trompeter und zugleich Chef des Görlitzer Reichsbahnorchesters, galt unter den jungen Leuten als väterlich-gemütlicher Dirigent. „In dem anderen Orchester war es viel strenger“, erzählt ein Klarinettist von damals. Immerhin: Während der Maschinenbau sein Pionierorchester nach 1975 wieder auflöste, wurden „die anderen“ immer erfolgreicher.

1971 hatte Heinz-Jürgen Klein den ersten Auftritt als Leiter des Ensembles. Der Görlitzer Musiklehrer, Vater dreier Kinder und Mitspieler im Posaunenchor der evangelischen Stadtmission, opferte so manches Wochenende dem Pionierblasorchester, das mit über 50 Mitgliedern eine beachtliche Ensemblegröße erreichte. Natürlich spielten auch seine Kinder mit. Dieses Hobby „war über Jahre hinweg mein Leben, und ich sah viele Erfolge“, sagte er 2000 zur Verleihung des Titels „Meridian des Ehrenamtes“. Das war jenes Jahr, in dem Uwe Flaschel den Klangkörper übernahm. Der Görlitzer spielte selbst schon als Kind Trompete und nahm nach seiner Schulzeit weiter Unterricht auf diesem Instrument. Dann absolvierte er eine Eignungsprüfung an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“. Der ehrgeizige Musikliebhaber eignete sich auch noch das Klavierspiel „so nebenbei“ an und wurde ein studierter Musikpädagoge. Das Görlitzer Jugendblasorchester führte er zu neuen Höhen und sogar zu zwei Fernsehproduktionen.

Heute bietet das Jugendblasorchester Kindern ab der 3. Klasse eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung inklusive Probenlagern und Orchesterreisen und kooperiert mit der tschechischen Tanzschule „Bonifac“. Neue Interessenten können jederzeit zu den Proben kommen. Das Nachwuchsblasorchester (ab 3. Klasse) probt immer mittwochs, 15.15 Uhr, in der Musikschule, und das Jugendblasorchester (ab 7. Klasse) freitags, 17 bis 19 Uhr, im Augustum, Klosterplatz 20.

Samstag, 25. Juni 2011
(Sächsische Zeitung)
Von Ralph Schermann